Fondsmanagerkommentar November 2018

Fondsmanagerkommentar

Wiederholt sich 2016?

Wir schreiben das Jahr 2016: die Briten stimmen überraschend für den „Brexit“- den EU-Austritt, Donald Trump wird unerwartet 45. Präsident der USA, in Italien tritt der pro-europäische Regierungschef Renzi nach einer verlorenen Abstimmung über seine Reformpläne zurück. Die politischen Extremereignisse, sorgen für hohe Volatilität und dramatische Zwischenverluste an den Kapitalmärkten. Doch am Ende wird alles gut: buchstäblich auf den letzten Metern schaffen die Aktienmärkte mit einer Dezember-Rallye die Wende und drehen schlussendlich ins Plus. Mit knapp +7% verzeichnet der DAX kein Rekordjahr aber dennoch ein ordentliches Ergebnis. Dass die europäischen Aktienmärkte noch Mitte Februar knapp 20% im Minus notierten- vergessen.

Man könnte meinen, dass inzwischen alles anders sei. Doch weit gefehlt, die Geschichte wiederholt sich. Dieses Jahr halten politische Verwerfungen die Märkte erneut in Atem. Und wieder sind es die alten Bekannten Trump, „Brexit“ und Italien, die maßgeblichen Einfluss auf das Nervenkostüm der Anleger haben: mit immer neuen Strafzöllen provoziert Trump seine Handelspartner, Großbritannien steuert auf einen ungeordneten „Brexit“ zu und Italien sucht mit bewussten Überziehungen des Haushaltsbudgets den Konflikt mit der EU. Klar, dass Risikoassets wie Aktien in diesem Umfeld unter Druck geraten.

Was aber 2018 selbst für konservative Anleger erschwerend hinzu kommt ist die Tatsache, dass Diversifikationseffekte verpuffen. In 2016 bspw. entwickelte sich die Rentenkomponente eines Portfolios konsistent positiv und pufferte die Aktienverluste somit ab.

Dieser Kompensationseffekt fällt in diesem Jahr aus. Im Gegenteil, die aufgrund vermeintlich hoher Renditen beliebtesten und gesuchtesten Rentenanlageklassen (Unternehmensanleihen, Hochzinsanleihen, Nachränge) der vergangenen Jahre verzeichnen ebenfalls Verluste.

Denn ein maßgeblicher Werttreiber hat sich inzwischen verändert: die Liquiditätsbereitstellung durch die Notenbanken. 2016 befand sich speziell die EZB noch voll in der monetären Expansion. Von der kontinuierlichen Ausweitung ihres Ankaufprogramms profitierten die Anleihekurse und hier insbesondere die mit Kreditrisiken behafteten Segmente, denn 2016 wurden Unternehmensanleihen in das Ankaufprogramm aufgenommen. Doch dieses Ankaufprogramm soll Ende 2018 eingestellt werden, ab 2019 wird vermehrt sogar mit einer Anhebung des Leitzinses gerechnet. Vorbild ist hier die US-Notenbank Fed, die bereits seit Dezember 2015 kontinuierlich die Zinsen erhöht und die Bilanz abbaut. Mit dem Wegfall dieser Nachfrager kommen nun die Anleihekurse unter Druck.

Doch wie geht es weiter? Ist ein versöhnliches Jahresende auch 2018 möglich? Fakt ist: die Kapitalmärkte sind inzwischen, technisch gesehen, überverkauft, die Stimmung hat sich deutlich eingetrübt, viele Risiken sind bereits eingepreist. Aus diesem Grund sind Zwischenerholungen jederzeit denkbar. Da die Märkte nun allerdings mit dem neuartigen Zustand einer Liquiditätsverknappung bei gleichzeitiger konjunktureller Abkühlung konfrontiert sind, halten wir das Ausrufen der Wende für verfrüht.
 

Veränderungen innerhalb unserer Fonds:

Im WAVE Total Return Fonds R (flexibler, defensiver europäischer Mischfonds mit absolutem, positivem Ertragsziel) reduzierten wir aufgrund des allgemeinen Marktumfelds kurzfristige Bonitätsrisiken durch Verkäufe von Bankanleihen. Der Fonds wurde mit Aktienquoten von 0% - 30% durch den November gesteuert. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Anleihekomponente hielten wir weiterhin deutlich verkürzt bei Werten zwischen 0,5 und 1,2 Jahren.

Der Fondspreis ermäßigte sich im November um 1,30%.

Im WAVE Total Return Fonds Dynamic R (flexibler, ausgewogener europäischer Mischfonds mit absolutem, positivem Ertragsziel) reduzierten wir aufgrund des allgemeinen Marktumfelds kurzfristige Bonitätsrisiken durch Verkäufe von Bankanleihen. Der Fonds wurde mit Aktienquoten von 0 - 60% durch den November gesteuert. Die durchschnittliche Restlaufzeit der Anleihekomponente hielten wir weiterhin deutlich verkürzt bei Werten zwischen 0,5 und 1,2 Jahren.

Der Fondspreis ermäßigte sich im November um 1,98%.

Im HannoverscheBasisInvest (Investmentgrade-Rentenfonds, Anlageschwerpunkt EUR) reduzierten wir aufgrund des allgemeinen Marktumfelds kurzfristige Bonitätsrisiken durch Verkäufe von Bankanleihen. Die Duration hielten wir – verglichen zur Benchmark – leicht verkürzt.

Der Fondspreis stieg im November um 0,33%.

Im Rentenportfolio des HannoverscheMediumInvest (Mischfonds ausgewogen; Aktien, Anlageschwerpunkt Euro-Länder / Investmentgrade-Renten, Anlageschwerpunkt EUR) reduzierten wir aufgrund des allgemeinen Marktumfelds kurzfristige Bonitätsrisiken durch Verkäufe von Bankanleihen. Das Aktienportfolio bestand unverändert aus liquiden Standardtiteln aus DAX und EuroStoxx. Die Netto-Aktienquote variierten wir zwischen 50 und 80%. Die Duration hielten wir – verglichen zur Benchmark – leicht verkürzt.

Der Fondspreis ermäßigte sich im November um 0,64%.

Der HannoverscheMaxInvest (Aktienfonds, Anlageschwerpunkt Euro-Länder) wies im Berichtszeitraum eine Titelauswahl von Aktien aus DAX und EuroStoxx auf. Die Netto-Aktienquote variierten wir im November zwischen 100 und 110%.

Der Fondspreis ermäßigte sich im November um 0,78%.

Fondsmanagerkommentar November 2018

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