Kapitalmarktbericht Februar 2019

Kapitalmarkt-Information                                            

Konjunktur / politische Entwicklungen:

Angesichts der insbesondere politischen Belastungsfaktoren – wie dem Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie der Gefahr eines ungeordneten Brexits - war die Kappung zahlreicher Wachstumsprognosen – u.a. EU-Kommission, Notenbanken und IWF – zuletzt wenig überraschend. Bereits im letzten Jahr hatten sich Früh- und Stimmungsindikatoren kontinuierlich verschlechtert und bis heute keine nennenswerte Trendumkehr angedeutet. Da zwischenzeitlich auch die realwirtschaftlichen Daten Schwäche signalisieren, bleiben die Erwartungen an eine – überraschend - positivere Entwicklung der Realwirtschaft zunächst gedämpft.

Sorgen vor einer aufziehenden globalen Rezession sind nach gegenwärtigem Stand unter Investoren jedoch nicht wahrnehmbar. Die Markterwartung, dass Notenbanken, wenn es erforderlich wird, mit expansiven Maßnahmen bereitstehen werden, sorgt für Gelassenheit. Die US-Notenbank (FED) hat diesbezüglich bereits angedeutet, dass sie in diesem Jahr voraussichtlich lediglich zwei – statt ursprünglich vier geplanten – Zinserhöhungen durchführen wird. Die Devise scheint zu sein, das vorhandene Wirtschaftswachstum unbedingt aufrechtzuerhalten. Gleiches gilt für die EZB. Eine erste Zinserhöhung in diesem Jahr – wie noch im letzten Jahr vom Konsens erwartet wurde - wird mit Blick auf die schwächeren Datenveröffentlichungen sowie die politischen Belastungsfaktoren zunehmend unwahrscheinlicher.

Entwicklung Kapitalmärkte:

Die Aktienmärkte konnten einen starken Jahresauftakt verbuchen. Trotz stockender Entwicklung bei den bestehenden Belastungsfaktoren (z.B. Handelskonflikt, Brexit, konjunkturelle Sorgen) verhalf die schlechte Stimmung ein erhöhtes Kaufinteresse hervorzurufen. DAX und EuroStoxx50 legten im Berichtsmonat um jeweils 5,8% zu. Auch der US-Markt betrieb Wiedergutmachung. Nachdem noch im Dezember der schwächste Börsenmonat des letzten Jahres festgestellt wurde, war im Januar der beste Jahresauftakt seit vielen Jahren zu beobachten. Dow Jones und S&P 500 verzeichneten jeweils Monatsgewinne in Höhe von 7,2% bzw. 7,9%. Auch am asiatischen Aktienmarkt standen die Ampeln auf grün. Der chinesische Index Shanghai Composite gewann 3,6%, während der japanische Nikkei mit einem Monatsgewinn in Höhe von 3,8 % aus dem Handel ging.

Eine Verringerung der weltweiten Wachstumserwartung zu Jahresbeginn führte zu deutlich zurückhaltenden Aussagen der Notenbanken zu Zinserhöhungen. Die US-Notenbank Federal Reserve hat in der Januarsitzung keinen Hinweis mehr zu Zinsanhebungen gegeben, zudem senkte die Notenbank ihre Einschätzung zur Wirtschaftslage. In der Folge sanken die Renditen zehnjähriger deutscher Staatsanleihen von 0,24% auf 0,15%. Andere europäische Staatsanleihen konnten diese starke Wertentwicklung sogar noch übertreffen. Der Rendite-Aufschlag gegenüber Frankreich und Italien sank um 7 Basispunkte auf 40 respektive 244 Basispunkte und der Aufschlag gegenüber Spanien um 12 auf 105 Basispunkte. Bank- und Unternehmensanleihen zeigten sich ebenso stark. Während der Risikoaufschlag für Unternehmensanleihen um 5 Basispunkte zurückging, sank die Risikoprämie für Bankanleihen im Januar sogar um 9 Basispunkte.

Der Euro wertete ggü. dem US-Dollar im Januar ab. Zum Monatsultimo wurde er mit 1,1448 USD/EUR (Vormonatsultimo 1,1467 USD/EUR) festgestellt.

Der Ölpreis erholte sich - nach vorheriger Talfahrt - im Januar. Öl der Sorte WTI ging mit 53,79 USD/Barrel (Vormonatsultimo 45,72 USD/Barrel) aus dem Handel. Für Öl der Nordseesorte Brent wurden am Monatsultimo 60,84 USD/Barrel (Vormonatsultimo 54,02 USD/Barrel) bezahlt. Der Goldpreis legte im Januar weiter zu. Zum Monatsultimo kostete die Feinunze 1.321 USD/Feinunze (Vormonatsultimo 1.282 USD/Feinunze).

Kapitalmarktbericht Februar 2019

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