Kapitalmarktbericht März 2019

Kapitalmarkt-Information                                            

Konjunktur / politische Entwicklungen:

Die konjunkturelle Entwicklung steht im Gegensatz zu der positiven Entwicklung, die Renten und Aktien im Jahresverlauf bisher gezeigt haben. Global ist eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums zu beobachten. Festzustellen ist, dass harte, quantifizierbare Daten Früh- und Stimmungsindikatoren (z.B. ifo, ZEW), die schon seit geraumer Zeit negativ tendieren, folgen. Zu beobachten ist ferner, dass konjunkturelle Datenveröffentlichungen die - bereits reduzierten – Erwartungen länderübergreifend zuletzt mehrheitlich verfehlten.

Was also sorgt hinsichtlich Renten und Aktien für Kaufinteresse? Einerseits besteht unverändert die Hoffnung, dass ein politischer Belastungsfaktor (u.a. Handelskonflikt, Brexit) gütlich gelöst wird. Die zukünftige Ausrichtung der Notenbanken erscheint daneben das Thema unter Investoren sein. Während zum Jahreswechsel noch von der bevorstehenden Zinswende in Europa gesprochen wurde, scheint dieses Vorhaben, insbes. auch aufgrund der konjunkturellen Situation, für den Moment ad acta gelegt. Wie von der EZB kürzlich zu hören war, ist eine erste Zinserhöhung frühestens im kommenden Jahr zu erwarten. Weiterführend wird die Kreditvergabe mit der Ankündigung eines neuen Liquiditätspakets für Banken (TLTRO) zusätzlich unterstützt. Die anhaltende Liquiditätszufuhr sollte insbesondere Risikoassets wie Aktien begünstigen. Gleichwohl ist zu erwarten, dass das Zinsniveau in Europa unter den gegebenen Annahmen für einen verlängerten Zeitraum auf tiefem Niveau verharren wird.

Entwicklung Kapitalmärkte:

Die globalen Aktienmärkte schlossen im Februar an die starke Entwicklung aus dem Vormonat an und beendeten den Monat erneut mit Aufschlägen. DAX und EuroStoxx50 legten im Berichtsmonat um jeweils 3,1%, bzw. 4,4% zu. Auch der US-Markt schloss im Gewinnbereich. Dow Jones und S&P 500 verzeichneten jeweils einen Monatszuwachs in Höhe von 3,7% bzw. 3,0%. Positive Signale hinsichtlich der Beendigung des Handelsstreits zw. USA und China sorgten insbesondere am asiatischen Markt für Kurssprünge. Der chinesische Index Shanghai Composite gewann 13,8%, während der japanische Nikkei mit einem Monatsgewinn in Höhe von 2,9 % aus dem Handel ging.

Die Renditen zehnjähriger deutscher Staatsanleihen stiegen im Monatsverlauf geringfügig von 0,15% auf 0,18%. Nichtsdestotrotz rechnen die Rentenmarktteilnehmer zunehmend mit einem Aufschub der geldpolitischen Normalisierung. Schwächelnde Konjunkturdaten und zurückgehende Inflationsraten unterstützen diese Erwartung. Zudem erhärteten sich im Februar die Gerüchte einer Auflage von neuen TLTRO’s (langfristige Refinanzierungstender) durch die EZB, so dass die Liquiditätsschleusen im Euroraum bis auf weiteres geöffnet bleiben dürften. Der Rendite-Aufschlag von italienischen Staatsanleihen gegenüber Bundesanleihen weitete sich um 13 Basispunkte auf 257 Basispunkte aus; Der Aufschlag gegenüber Spanien hingegen sank um 5 auf 99 Basispunkte. Bank- und Unternehmensanleihen wiesen im Februar relative Stärke auf. Während der Risikoaufschlag (ASW) für Unternehmensanleihen um 11 Basispunkte zurückging, sank die Risikoprämie für Bankanleihen im Februar sogar um 13 Basispunkte.

Der Euro wertete gegenüber dem US-Dollar im Februar ab. Zum Monatsultimo wurde er mit 1,1371 USD/EUR (Vormonatsultimo 1,1448 USD/EUR) festgestellt.

Der Ölpreis entwickelte sich im Februar anhaltend positiv. Öl der Sorte WTI ging mit 57,22 USD/Barrel (Vormonatsultimo 53,79 USD/Barrel) aus dem Handel. Für Öl der Nordseesorte Brent wurden am Monatsultimo 66,31 USD/Barrel (Vormonatsultimo 60,84 USD/Barrel) bezahlt. Der Goldpreis kam im Februar zurück. Zum Monatsultimo kostete die Feinunze 1.313 USD/Feinunze (Vormonatsultimo 1.321 USD/Feinunze).

Kapitalmarktbericht März 2019

Herunterladen (PDF 261 KB)