Fondsmanagerkommentar Oktober 2018

Fondsmanagerkommentar

Zunehmende Windstärke an den Märkten – WAVE-Fonds halten trotz Wellengang Kurs

Politische Faktoren sorgten in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres für Furore an den Kapitalmärkten. Der Handelskonflikt zwischen den USA und seinen Handelspartnern, die Schwellenländerkrise mit dem Epizentrum Türkei sowie zuletzt die Haushaltspolitik Italiens hatten maßgeblichen Einfluss auf die Bewegungen an den Märkten. Für Volatilität sorgten auch die Notenbanken der USA sowie Europa. Während die US-Notenbank bereits mehrfach die Zinsen erhöhte, bereitet die EZB mit der Beendigung des Anleihenkaufprogramms zum Jahresende den Paradigmenwechsel vor. Die jüngere konjunkturelle Entwicklung Europas dürfte in diesem Zusammenhang nicht nach dem Geschmack der Notenbanker gewesen sein. Während die USA anhaltend wachsen, sind in Europa Ermüdungserscheinungen festzustellen. Per Ende September wiesen die Aktienmärkte mehrheitlich eine negative Performance auf. Zentrales Thema war der Konflikt zwischen den USA und seinen Handelspartnern.

Insbesondere Märkte, die einen hohen Anteil exportlastiger Unternehmen beheimaten, litten unter der Auferlegung von Zöllen. Erholungsphasen, die auf Verluststrecken folgten, wurden dabei wiederholt zu Verkäufen genutzt. Volatile Handelsphasen zeigten sich jedoch nicht nur in Europa und Asien.

Auch die USA haben Ihre Gewinne zwischenzeitlich nahezu vollständig wieder abgegeben. Das anziehende Zinsniveau, dass als Reaktion der FED auf die boomende Konjunktur gewertet werden kann, stand hier zuletzt im Fokus der Marktteilnehmer.

Ähnlich der Aktienmärkte handelten auch die Zinsmärkte in den ersten zehn Monaten des Jahres vergleichsweise volatil. Das Jahr startete zunächst, wie von vielen Marktteilnehmern erwartet, mit steigenden Renditen. Innerhalb des ersten Quartals stiegen die Renditen 10jähriger deutscher Staatsanleihen von 0,42% auf 0,78%. Andere europäische Staatsanleihen konnten sich dagegen behaupten und waren in diesem Zeitraum die Outperformer. Erhöhte Emissionstätigkeit bei Unternehmensanleihen führte indes zu steigenden Risikoaufschlägen. Nach dieser kurzen, schwankungsintensiven Phase zeigte sich, dass die EZB länger als erwartet an ihrer hochexpansiven Geldpolitik festhalten wird. In der Folge handelten Renditen deutscher Staatsanleihen wieder auf den Niveaus vom Jahresanfang. Besondere Dynamik entstand durch die italienischen Parlamentswahlen Anfang März, deren Ausgang das für die Finanzmärkte wahrscheinlich schlechteste Resultat hervorbrachte: Unsicherheit in Verbindung mit erstarkten Euro-kritischen bzw. -feindlichen Parteien. Nachdem zwischenzeitlich sogar Neuwahlen diskutiert wurden, einigten sich die siegreichen Parteien, 5 Sterne und Lega Nord, Ende Mai eine Regierung zu bilden. In Verbindung mit fehlenden positiven Aussichten kam es in diesem Zeitraum zu einem signifikanten Abverkauf italienischer Staatsanleihen. Die 10-jährige Rendite Italiens stieg im Folgenden von 1,78% auf bis zu 3,2% in der Spitze. Diese Situation erzeugte eine risikoaverse Stimmung, wodurch auch die Renditen anderer europäischer Staatsanleihen und Unternehmensanleihen deutlich anstiegen. Deutsche Staatsanleihen konnten hierbei von ihrem „Safe Haven“-Status profitieren. Die Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen wurde in dieser Phase kurzzeitig unter 0,30% festgestellt.

Die in den Sommermonaten eingetretene Beruhigung des Marktes war spätestens mit der Aufnahme der Planungen des Haushalts in Italien zu Ende. Angesichts der bereits bestehenden Staatsverschuldung von mehr als 130% des BIPs wurde das Vorhaben, deutlich mehr Schulden aufzunehmen als ursprünglich geplant, von Marktteilnehmern kritisch beäugt. Schwerer als die eigentliche wirtschaftliche Entwicklung Italiens wiegen jedoch zwei andere Probleme: Die erste Schwierigkeit besteht im Rating. Die Ratingagentur Moody’s senkte bereits ihre Einschätzung auf die letzte Stufe vor dem High Yield Bereich. Positiv ist in diesem Zusammenhang zu nennen, dass der Ausblick von negativ auf stabil gesetzt wurde, was zumindest kurzfristig die Risiken weiterer Herabstufungen in Grenzen hält. S&P reagierte, indem lediglich der Ausblick von stabil auf negativ gesenkt wurde. Hier bleibt zumindest ein Restrisiko, dass sich das Rating kurz- bis mittelfristig in den High Yield Bereich verschlechtert, was weitere Abverkäufe und damit deutlich höheren Refinanzierungskosten zur Folge hätte. Die größten Befürchtungen gehen allerdings aus dem Kollisionskurs zwischen der italienischen Regierung und der Europäischen Union hervor, dessen Ausgang derzeit noch völlig ungewiss ist. Für das vierte Quartal ist daher zu erwarten, dass Italien die Märkte weiter beschäftigen wird, was erneut für Volatilität sorgen könnte. Fokus dieser Schwankungen sollten vor allem im mittel- bis langfristigem Bereich liegen. Für Anleihen mit einer Laufzeit von unter zwei Jahren erwarten wir indes  eine Stabilisierung, da die nicht zu unterschätzenden Restrisiken erst mit entsprechenden Verzögerungen wirken.

Veränderungen innerhalb unserer Fonds:

Die WAVE Total Return Fonds, WAVE Total Return Fonds R (flexibler, defensiver europäischer Mischfonds mit absolutem, positivem Ertragsziel) und WAVE Total Return Fonds Dynamic R (flexibler, ausgewogener europäischer Mischfonds mit absolutem, positivem Ertragsziel) konnten sich den Verlusten im Anlageuniversum der Fonds nicht entziehen, aber vergleichsweise gut behaupten. Als Erfolgsfaktor erwies sich dabei erneut die flexible Steuerung der Investitionsquoten. Den noch positiven Start des Jahres begleiteten die Fonds mit Aktienquoten von bis zu 20% beim Total Return Fonds und 40% beim Total Return Fonds Dynamic. In den folgenden volatilen Handelsphasen reagierte das Fondsmanagement, indem die Aktienquoten auf 0% reduziert wurden. Damit konnten die Fondsvermögen in dieser Phase konserviert werden. Im weiteren Jahresverlauf wurden maximale Aktienquoten von knapp 30% im Total Return Fonds und knapp 60% im Total Return Fonds Dynamic gehalten. Von der volatilen Korrektur an den Aktienbörsen konnten sich die Fonds nicht gänzlich abkoppeln. Die aktive Steuerung der Investitionsquoten bewirkte, dass Verluste im Vergleich zum Gesamtmarkt abgemildert werden konnten. Ein Teil der Aktienquote wurde zudem in US-Aktienderivaten allokiert, was sich stabilisierend auswirkte. Die Ausweitung der Risikoaufschläge führte im Rententeil der Portfolios zu Kursverlusten. Aufgrund der hohen Qualität der Titel in den Portfolios betrachtet das Fondsmanagement einen bedeutenden Teil der Verluste jedoch als temporärer Natur, da keine Ausfälle erwartet werden. Weiterhin wurden Covered Bonds zu Lasten von Staats- und Unternehmensanleihen erworben. Um Zinsänderungsrisiken zu begrenzen, wurde die Duration weiter kurz gehalten.

Der  Fondspreis des WAVE Total Return Fonds R ermäßigte sich im Oktober um 1,54%.

Der Fondspreis des WAVE Total Return Fonds Dynamic R ermäßigte sich im Oktober um 2,26%

Die benchmarkorientierten Fonds HannoverscheBasisInvest (Investmentgrade-Rentenfonds, Anlageschwerpunkt EUR), HannoverscheMediumInvest (Mischfonds ausgewogen; Aktien, Anlageschwerpunkt Euro-Länder / Investmentgrade-Renten, Anlageschwerpunkt EUR), HannoverscheMaxInvest (Aktienfonds, Anlageschwerpunkt Euro-Länder) konnten sich aufgrund ihrer Konstruktion der übergeordneten Marktentwicklung nicht entziehen. Per Ultimo September weisen die Fonds absolut betrachtet eine negative Jahresperformance auf. Die Aktienkomponente der Fonds ließ das Fondsmanagement in ihrer Zusammensetzung unverändert. Weiterhin sind die Fonds in liquiden Dax- und EuroStoxx-Titeln investiert. In der Rentenkomponente wurde weiterhin in Covered Bonds investiert. Zudem wurden Bank- und Unternehmensanleihen zu Lasten von Staatsanleihen erworben.

Der Fondspreis des HannoverscheBasisInvest ermäßigte sich im Oktober um 0,22%.

Der Fondspreis des HannoverscheMediumInvest ermäßigte sich im Oktober um 3,29%.

Der Fondspreis des HannoverscheMaxInvest ermäßigte sich im Oktober um 6,18%.

Fondsmanagerkommentar Oktober 2018

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